Biographie

 


Jugendarbeit im


 

 


Im Neuburger Volkstheater wurde im Jahr 1996 erstmals eine Jugendgruppe unter der damaligen Leitung von Jürgen Zimmermann gegründet. Der Gruppenleiter, der Erfahrungen, sowohl aus dem Theaterbereich, wie auch aus der Jugendarbeit mitbrachte, traf sich wöchentlich mit den Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 bis 14 Jahren. Das Hauptaugenmerk wurde auf die Selbstentwicklung von szenischen Darstellungen geworfen. Alle Produktionen entstanden aus der Gruppe, ohne direkte Vorlagen.

Ab dem Jahr 1999 übernahm Eva Zwack die Leitung der Jugendgruppe. Als ausgebildete Schauspielerin setzte sie die Schwerpunkte auf Inszenierungen von vorgegebenen Stücken, wie Kriminal- und Märchenspielen. Die Jugendlichen im Alter von 13 bis 16 Jahren lernten die Herangehensweise an die Rolle und die Inszenierungstechniken kennen und sammelten Erfahrungen auf der Bühne in öffentlichen Veranstaltungen und vor größerem Publikum.

Von 2002 bis 2005 hat der Kultur- und Theaterpädagoge Hermann J. Vief die Gruppenleitung übernommen später die Spielleitung. Von 2005 bis 2008 war René Schmager Jugendleiter. Aktuell leitet die Jugendgruppe Anton Trauth, der in der Jugendspielleitung von Noppo Heine unterstützt wird.

Die Jugendgruppe trifft sich einmal wöchentlich jeweils am Mittwoch für 2 ½ Stunden. Anfänglicher Schwerpunkt der Jugendarbeit war das Improvisationstheater. Auch heute noch beschäftigt sich die Gruppe sehr Intensiv mit Improvisationen, die u. A. auch für die Erarbeitung der Produktionen von großer Bedeutung sind.

Mit verschiedenen Aufwärmübungen (Warming Up’s) wird zunächst jeweils die entsprechende Arbeitsgrundlage für die Jugendgruppe erwirkt. Sie dienen der Gruppensensibilisierung, dem Schaffen von Konzentrationsfähigkeit und dem Abbau von Berührungsängsten. Ausdrucksübungen schaffen schließlich die Überleitungen zu den Improvisationen. Diese geben den jugendlichen Schauspielern die Möglichkeit, in sich selbst Situation, Gefühl und Rolle zu finden und sie damit von "innen" und nicht von "außen" an die Verkörperung heranzutragen. Es geht also beim Stichwort Improvisation darum, Gefühle, Eigenheiten von etwas Fremden und sich selbst zu entdecken und sich das Fremde auf diese Weise zu eigen zu machen. Gleichzeitig vollzieht sich darin der Weg zur glaubhaften Ausgestaltung eines an sich fernen und oftmals auch phantasievollen Stoffes, um hierfür auch eine eigene, kreative Umsetzungsmöglichkeit zu finden. Die projektbezogene Arbeit steht absolut im Vordergrund. Sie ist Voraussetzung dafür, dass die Gruppe sich nicht unter Druck gesetzt fühlt, ein Stück erarbeiten zu müssen. Das Ergebnis ist grundsätzlich so gut wie die Gruppe selbst und die Entwicklung von Rolle und Zusammenspiel ist in diesem Fall wichtiger als eine perfekte Aufführung.

Weitere Formen des Theaters wie das Maskentheater, das Clowntheater, oder das Straßentheater haben die Jugendlichen bisher kennen gelernt und konnten es in Improvisationsabenden und Straßentheateraktionen vor der Öffentlichkeit ausprobieren. Zu einem nennenswerten Projekt zählt die Welturaufführung eines Stückes, wo die Jugendlichen lernten über die Improvisation an eine Rollen- und Szenenerarbeitung heranzugehen. Die Theaterräume wurden individuell und flexibel gestaltet. Es hieß "Ron and Julie" und war die Wild-West-Adaption zu Shakespeares Romeo und Julia.

Auf dieser Grundlage sollen Jugendliche im Neuburger Volkstheater weiterhin die Möglichkeit haben an das darstellende Spiel herangeführt zu werden und Bühnenerfahrungen zu sammeln. Das Aneignen verschiedenster Schlüsselqualifikationen durch das Theater versteht sich hierbei von selbst.

Hermann J. Vief           
Kultur- und Theaterpädagoge